|
Die Geschichte und Politik Spaniens
|
|
Spanien (España) leitet seinen Namen von der einst römischen Provinz "Hispania" ab. Zugrunde liegt vermutlicherweise eine Bezeichnung aus dem Phönizischen, mit der die westlichen Mittelmeergebiete als "Küste der Kaninchen" beschrieben wurden.
Zeittafel der spanischen Geschichte zum Überblick:
- 10. Jh. v. Chr.: Einwanderung der Iberer und Tartesser
- 209-201 v. Chr.: Die Römer vertreiben die Karthager, römische Provinz Hispania
- 409: Eindringen der Vandalen
- 587: Übertritt zum Katholizismus
- 711:Eindringen der Mauren:
- 961-976: Höhepunkt des maurischen
- Kalifats Córdoba
- 11. Jh.: Beginn der Reconquista - Rückeroberung Spaniens
- 1479: Vereinigung von Aragonien
- und Kastilien
- 1492: Vertreibung der letzten Mauren aus
- Granada und der Seefahrer Cristobal Colon (Kolumbus) entdeckt
- Amerika
- 1516-1556: Karl V. römisch-deutsches Kaiserreich
- 1588: Untergang der berüchtigten Armada
- 1701-1713: Spanischer Erbfolgekrieg, Beginn
- der Bourbonen-Herrschaft
- 1873 -1874: Erste spanische Republik
- 1923-1930: Militärdiktatur mit Zustimmung des Königs:
- 1930-1936: Republikanische Regierung
- 1936-1939: Spanischer Bürgerkrieg
- 1939-1975: Diktatur Francos
- 1975 - Krönung von König Juan Carlos 1 und Errichtung einer sogenannten parlamentarischen Erbmonarchie
- Ab jetzt regelmäßige Abhaltung demokratischer Parlamentswahlen
Spanish resources:
The most complete Spanish resources directory on the internet.
Informationen zu einem Spanischkurs bzw. über Spanisch lernen.
Seitanfang Spanien Special
Die altsteinzeitlichen Höhlenmalereien in Altamira bei Santander in Nordspanien weisen auf die frühe Besiedlung der Halbinsel hin. Älter noch sind die Höhlenmalereien im Hinterland von Castellón de la Plana (Costa del Azahar) am Mittelmeer. Aus Nordafrika wanderten Iberer und Tartesser ein und breiteten sich bis zu den Pyrenäen aus. Indogermanische Kelten kamen von Norden dazu.
Als die Phönizier begannen, mit den Bewohnern an der Mittelmeerküste Handel zu treiben, gründeten sie um 1100 v. Chr. Stützpunkte, wie zum Beispiel das ausgegrabene und zu besichtigende Ullastret nördlich von Girona in der Nähe der ebenfalls erschlossenen griechischen Siedlung Ampurias. Die letztgenannte ehemalige Hafenstadt zeugt von der griechischen Kolonisation an Spaniens Küste im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. Sie wurden allmählich von den Karthagern verdrängt, die ebenfalls Küstenstädte gründeten. Mit dem Sieg Roms über die Karthager im Zweiten Punischen Krieg (bis 201 v. Chr.) wurde das Land zur römischen Provinz. Römisches Kulturgut und vor allem die Sprache, breiteten sich über das ganze Land aus. An diese Epoche erinnern noch zahlreiche Bauwerke wie beispielsweise das monumentale Aquädukt von Segovia, die Thermen von Girona oder das Theater von Sagunto, die Sie bei Ihrer Sprachreise in Spanien erkunden können. Segovia (bei Spanischkurs in Salamanca und bei Spanischkurs in Madrid), Girona (bei Spanischkurs in Barcelona), Sagunto (bei Spanischkurs in Alicante und Spanischkurs in Valencia)
In der Völkerwanderungszeit drangen germanische Franken, Sueben, Alanen und Wandalen ("Vandalusia") ein. Die nachfolgenden Westgoten unterwarfen diese von Katalonien ("Gothalonia") aus. Der Übertritt der westgotischen Herrscher vom Arianismus zum Katholizismus bewirkte die politische und religiöse Einheit.
Über dem malerischen Ort Mombeltrán in der Sierra de Gredos, Provinz Avila, erhebt sich das Kastell der Herzöge von Albuquerque, ein Bau mit wuchtigen Ecktürmen. Streitigkeiten innerhalb der Führungsschicht begünstigten die Eroberung Spaniens durch die Araber. 711 überquerten sie unter Tarik die Straße von Gibraltar und besetzten Toledo, Zaragoza und die Gebiete südlich des Ebro.
In Asturien überlebten einige christliche Königreiche. 600 Jahre lang blieb Spanien zwischen Christen und den islamischen Mauren geteilt. Zentrum der maurischen Macht und Kultur war Córdoba. Im elften Jahrhundert zerfiel das Kalifat Córdoba. Die Mauren wurden von christlichen Herrschern immer weiter nach Süden gedrängt. Die Wiedereroberung (Reconquista) hatte begonnen. Ende des 13. Jahrhunderts war nur noch Granada maurisch, das 1492 erobert wurde (Cordoba mit seiner berühmten Mesquita kann man besuchen bei einer Spanisch Sprachreise nach Malaga, bei einer Spanisch Sprachreise nach Granada, bei einer Spanisch Sprachreise nach Sevilla, bei einer Spanisch Sprachreise nach Marbella und bei einer Spanisch Sprachreise nach El Puerto de Santa Maria).
1479 war durch die Heirat von Ferdinand von Aragonien mit Isabella von Kastilien ein mächtiges Königreich entstanden. 1492 entdeckte Kolumbus unter spanischer Flagge Amerika. Damit begann der Aufstieg Spaniens als Kolonialmacht.
1516 bestieg der Habsburger Karl V. den spanischen Thron. 1519 wurde er deutscher Kaiser. In den Niederlanden geboren, widmete er sich vor allem seinen politischen Interessen in Deutschland und Italien. Die Silber- und Goldgewinne aus den spanischen Eroberungen Mexiko und Peru verwendete Karl, in dessen Reich "die Sonne nie unterging", für die Kriege in Europa und zur Unterdrückung der Reformation. Trotz der Einnahmen aus Amerika war die Finanzlage Spaniens am Ende seiner Regierungszeit geschwächt.
Unter Philipp II. entfaltete sich Spanien zur größten Macht in Europa. Portugal wurde annektiert (1580), jedoch zeichnete sich auf dem Höhepunkt die kommende Krise bereits ab. Die Kriege gegen die Freiheitsbewegung der protestantischen Niederlande und gegen England endeten mit der Unabhängigkeit der Niederlande und der Vernichtung der spanischen Armada (1588). In den vielen Kriegen zerfiel Spanien im 17. Jahrhundert immer mehr. Portugal ging verloren. Traditionelle Wertvorstellungen, gepaart mit einem strengen Katholizismus, prägten die Lebenshaltung und den Anspruch auf ein Weltreich unter spanischer Führung. Imitation aristokratischen Verhaltens und der sprichwörtliche Stolz des Spaniers haben ihren Ursprung in dieser Epoche der spanischen Geschichte. Diese Einstellung fand ihre Kritik in der Literatur dieser Zeit, besonders in dem Roman "Don Quijote" von Cervantes.
Aus dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1713) ging Philipp von Anjou aus dem Haus der Bourbonen als König von Spanien hervor. Im Frieden von Utrecht 1713 verlor Spanien fast alle seine europäischen Besitzungen. Gibraltar fiel an Großbritannien. Das 18. Jahrhundert brachte Verbesserungen im Inneren. Die Verwaltung wurde neu organisiert, Straßen wurden gebaut, eine industrielle Entwicklung eingeleitet und die Verwaltung der Überseegebiete verbessert. Nach der Besetzung durch Napoleon konnten britische und spanische Truppen die französische Besatzungsmacht 1813 vertreiben.
Im Bemühen um eine konstitutionelle Monarchie hatte sich Spanien durch die Abgeordneten der "Cortes" 1812 eine neue Verfassung gegeben. Die Auseinandersetzung der Liberalen mit den Konservativen führte 1833 zum Bürgerkrieg. Durch eine Militärrevolte wurde 1868 Isabella II. gestürzt. 1873 wurde die Erste Republik ausgerufen, die 1874 wieder endete. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem Spanien neutral geblieben war, kam es zu Unruhen im Land und 1923, mit Zustimmung des Königs, zu einer Militärdiktatur, die 1930 beendet wurde.
Die Wahlen von 1931 brachten einen Sieg der Republikaner. König Alfons verließ Spanien. Eine Republik wurde ausgerufen. 1936 übernahm die "Volksfront" aus Republikanern, Sozialisten und Kommunisten die Regierung, gegen die sich das Militär unter General Franco erhob. Der Bürgerkrieg 1936-1939 endete mit dem Sieg der Nationalisten unter Franco, der Spanien bis zu seinem Tod 1975 autoritär regierte und viel Schaden angerichtet hat. Zwei Tage später übernahm Prinz Juan Carlos als König die Herrschaft. Spanisch-Sahara, die letzte spanische Kolonie, wurde 1976 aufgegeben.
Die Staatsform Spaniens ist eine Monarchie mit parlamentarisch demokratischer Grundlage. Eine neue Verfassung wurde 1978, nach dem Abgang Francos, angenommen. Das Parlament (Cortes) besteht aus Abgeordnetenhaus und Senat. Verwaltungsmäßig umfasst Spanien 50 Provinzen, einschließlich der Balearen und der zwei Provinzen auf den Kanarischen Inseln. Jede Provinz hat ihren Landtag ("Diputación") mit einem Zivilgouverneur an der Spitze, der vom Innenminister ernannt wird. Eine Regionalisierung ist im Entstehen, nach der bestimmte Provinzen als Bundesstaaten Autonomie erhalten.
Seitanfang Spanien Special
|